Mit ‘Sog’ getaggte Artikel

Vertriebsstrategien um Kunden zu vertreiben

Freitag, 26. März 2010
radikalaktiv

radikalaktiv

Gestern war es dann mal wieder soweit … ich komme Morgens in Büro, starte mein Notebook und schaue in mein Email Posteingang. Zu allererst fallen mir 2 Newsletter auf, die jeden zweiten Tag eintreffen und ich diese jeden zweiten Tag aufs Neue ungelesen lösche, Newsletter eben, ganz neu und immer wieder die Zeit nicht wert, diese zu öffnen. Es existieren glücklicherweise auch wenige Anbieter, die mit Ihren Newsletter wohl dosiert umgehen. Diese habe ich sogar abonniert und werde sie regelmäßig mit Interesse lesen.

Nachdem ich meine Emails geprüft habe, klingelt das Telefon – eine nette Dame ist am anderen Ende und möchte mir einen neuen DSL und Telefontarif verkaufen. Nachdem ich, mit etwas Nachdruck zu Wort gekommen bin, hatte ich die Gelegenheit, zu erklären, dass ich aus ihrem Hause bereits einen neuen Telefontarif und den aktuellen DSL-Anschluss im Einsatz habe. Bemerkenswert hierbei ist, dass die Beauftragung erst vor 2 Monaten erfolgte und die nette Dame trotz dieser Tatsache bei mir anruft. So teilte ich Ihr freundlich mit, dass ich keinen Bedarf habe, wenn sich dies jedoch ändern sollte, ich mich darum kümmern werde – Gespräch beendet.

Gut zwei Stunden später erhalte ich einen weiteren Anruf – nun möchte man mir ein günstiges Steuersparmodell in Verbindung mit Immobilien vorstellen, dieses Gespräch habe ich sehr schnell beenden können, da mich der Herr schon kannte und zum dritten, oder vierten Mal zu hören bekam, dass ich kein Interesse an seinem Angebot habe.

Heute ging es weiter, zuerst erhielt ich einen Anruf von einem IT-Hersteller, der mir das neueste Notebook mit niedrigem Energieverbrauch, großen Display und sonstigen unwiderstehlichen Highlights schmackhaft machen wollte. Da ich jedoch keinen Sinn darin sehe, mein 3 Wochen altes Notebook, dass ich mühevoll auf den aktuellen Stand gebracht habe, wieder gegen ein neues Gerät auszutauschen, war dieses Gespräch schnell beendet. Hätte der freundliche Herr vorher mit einem seiner Kollegen gesprochen, oder einen Blick in das Kundensystem geworfen, hätte er sich und mir dieses Gespräch ersparen können.

Solche Situationen wie hier beschrieben erlebe ich immer wieder und immer öfter. Ich gehe davon aus, dass der ein, oder andere Leser sich hier wieder findet.

Nun stelle ich mir die Frage: Möchte der Vertrieb den Kunden vertreiben, sind dies die neuen Vertriebsstrategien?

Vernünftigerweise sollte den Kunden zugestanden werden, selbst zu entscheiden ob und wann sich ein entstehender Bedarf in eine Kaufabsicht wandelt und vor allem bei welchem Unternehmen gekauft werden soll. Nur weil sich einzelne Unternehmen immer wieder auf Neue dazu hinreißen lassen, ihren Vertriebsmitarbeitern neue zu ereichende Stückzahl vorzugeben, müssen diese auf kürzesten und schnellsten Wege Kunden „vertreiben“. Anstatt einen Sog-Effekt zu generieren und den potentiellen Käufer anzuziehen, wird mit den alt hergebrachten Methoden das Gegenteil erreicht.

Jede Form des Vertriebes, ob auf direkter und persönlicher Ebene, ob per Telefon, oder per Onlineshopping sollte dem Kunden die Freiheit geben, selbst zu entscheiden, was er wo, wann und bei wem erwerben möchte. Ebenso entscheidet der Kunde zu welchem Preis er die Ware bezieht, im Internet hat er die Möglichkeit einfach und schnell zu vergleichen, wobei nicht immer der Preis eine Rolle spielt, sondern das günstigste und vertrauenswürdigste „Gesamtpaket“. Kunden sollten nicht vertrieben werden, sondern durch einen Attraktivitäts-Sog angezogen sein.

Ich beobachte das weitere Geschehen mit großem Interesse und werde neue Erkenntnisse hier niederschreiben.

Herzliche & hoffentlich nicht vertreibende Grüße

Der Kids in Style Moderator